An: Schweizerischer Städteverband (SSV) & Schweizerischer Gemeindeverband (SGV)

Hitzeschutz jetzt: Mehr Schatten, Bäume und Grünflächen – weniger Beton!

Wir fordern den Schweizerischen Städteverband SSV und den Schweizerischen Gemeindeverband SGV auf, eine nationale Hitzeschutz-Offensive zu lancieren.

SSV und SGV sollen für ihre Mitglieder praktische, anwendbare und optimierte Leitlinien erarbeiten, damit Städte und Gemeinden Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Hitzwellen einfach und rasch ergreifen können. Ferner sollen sie diese bei der Umsetzung unterstützen. Hitzeschutz muss in Städten und Gemeinden verbindlicher Standard werden.

Gleichzeitig sollen SSV und SGV ihren Einfluss bei Bund und Kantonen nutzen, um zu zeigen: Die Bevölkerung braucht und will wirksame Massnahmen gegen Hitze, Betonwüsten und versiegelte Flächen.

Diese Hitzeschutz-Offensive soll insbesondere folgende Punkte voranbringen:

  • Entsiegelung von öffentlichen Flächen, wie zum Beispiel Parkplätzen, Schulhöfen und Begenungszonen
  • Die Anpassung von Siedlungsräumen an das sich verändernde Klima insbesondere durch das Pflanzen von schattenspendenden Bäumen und die Anlage von Grünflächen
  • Die Förderung von Frischeinseln also kühle, begrünte Orte mit Schatten und Wasser, besonders in dicht bebauten Siedlungen
  • Erarbeitung von begleitenden Schutzmassnahmen zugunsten besonders vulnerabler Personen, sowie für Menschen, die bei Hitze draussen arbeiten müssen

Warum ist das wichtig?

Hitze ist kein vorübergehendes Sommerproblem mehr. Sie betrifft unsere Umwelt, das Klima in unseren Siedlungen, unsere Gesundheit und die Arbeitsbedingungen von Menschen, die draussen arbeiten. Städte und Gemeinden stehen dabei besonders in der Verantwortung, Schutzmassnahmen gegen extreme Hitze zu ergreifen, weil viele Hitzebelastungen besonders im bebauten Raum entstehen: durch Asphalt, Beton, fehlenden Schatten und zu wenig Grünflächen.

Umwelt schützen

In der Schweiz werden weiterhin Böden versiegelt. Wo Asphalt und Beton liegen, verschwinden natürliche Böden, Lebensräume für Pflanzen und Tiere und Flächen, die Wasser aufnehmen können. Entsiegelte Flächen, Bäume, Hecken und Grünräume stärken die Biodiversität und machen Siedlungen lebenswerter. (1)

Klimatische Herausforderungen ernst nehmen

Versiegelung verschärft die Hitze zusätzlich. Asphalt, Beton und dichte Bebauung speichern Wärme und kühlen nachts nur langsam ab. Gleichzeitig fehlt auf versiegelten Flächen der natürliche Kühlungseffekt durch Boden, Pflanzen und Verdunstung. Darum braucht es mehr Entsiegelung, Schatten, Bäume und Frischeinseln, besondern weil sehr heisse Sommer und extreme Hitzewellen häufiger werden. (2)

Gesundheit schützen

Hitze belastet den Körper auf viele Arten. Sie kann Herz, Kreislauf, Atmung und Schlaf beeinträchtigen oder zur sozialer Isolation führen. Auch Konzentration und psychische Gesundheit leiden: Menschen schlafen schlechter, werden reizbarer oder aggressiver, und Hitze kann den Serotoninstoffwechsel beeinflussen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder, Schwangere, kranke Menschen und Personen in dicht bebauten Quartieren. Hitzeschutz ist deshalb auch Gesundheitsschutz. (3)

Arbeitsbedingungen verbessern

Wer draussen arbeitet, ist der Hitze besonders ausgesetzt. Auf Baustellen, im Unterhalt, in der Reinigung, in der Logistik oder bei Arbeiten im öffentlichen Raum braucht es Schutzmassnahmen wie Schatten, Wasser, angepasste Arbeitszeiten und klare Regeln bei grosser Hitze. Menschen, die unsere Städte und Gemeinden am Laufen halten, sind in extremen Hitzeperioden am meisten exponiert. (4)

Darum fordern wir SSV und SGV auf, ihren Einfluss zu nutzen: Hitzeschutz muss in Städten und Gemeinden verbindlicher Standard werden.

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Quellen:
(1). SRF, 06.03.2026: «Weg mit dem Asphalt – hin zu mehr Lebensqualität».
(2). SRF, 27.05.2026: «Was Städte gegen die Hitze unternehmen».
(3). SRF, 18.06.2026: «Was Hitze mit dem Körper macht und wie Sie sich schützen».
(4). work, 17.06.2026: «Wenn nötig, setzen wir die Schutzmassnahmen zusammen mit den Bauleuten durch».