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An: Bundesamt für Gesundheit (BAG)

ADHS in der Schweiz: Diagnose – aber keine Hilfe im Alltag

Bei mir hat alles damit begonnen, dass ich schon früh gespürt habe: Irgendetwas ist anders als bei anderen. Die Diagnose ADHS habe ich jedoch erst im Erwachsenenalter erhalten – nach langer Suche und vielen Jahren voller Unsicherheit.

Diese Diagnose ist inzwischen über drei Jahre her.

Endlich zu wissen, was hinter den täglichen Herausforderungen steckt, brachte zunächst Erleichterung. Doch sehr schnell wurde klar: Die Diagnose ist nur der Anfang – und danach beginnt ein neuer Kampf.

Seitdem versuche ich, meinen Alltag zu ordnen, mich zu organisieren und Strukturen aufzubauen. Doch die notwendige Unterstützung fehlt weitgehend. Statt Hilfe zu erhalten, wird man von Stelle zu Stelle weiterverwiesen. Klare Zuständigkeiten gibt es kaum.

Bereits der Weg zur Diagnose ist geprägt von langen Wartezeiten. Und auch danach geht es weiter mit Wartefristen – bei Psychologen, Psychiatern und spezialisierten Fachstellen. Viele Angebote sind überlastet, Termine schwer verfügbar.

Ein weiterer zentraler Punkt ist der Zugang zu Unterstützung. Selbst dort, wo es Angebote gibt – und diese ohnehin sehr begrenzt sind – scheitert es oft an Voraussetzungen. Häufig wird zuerst gefragt, ob eine IV-Anmeldung besteht. Ist dies nicht der Fall, endet die Unterstützung an dieser Stelle. Viele Betroffene fallen dadurch durchs Raster.

ADHS ist keine Modeerscheinung und kein persönliches Versagen. Es handelt sich um eine neurologisch-psychologisch anerkannte Beeinträchtigung. Dennoch wird ADHS im Alltag oft nicht ernst genommen. Von aussen wirkt vieles „normal“, doch innerlich ist es häufig ein ständiger Kampf.

Gerade im Alltag zeigt sich die Belastung besonders deutlich: Termine werden vergessen, Fristen verpasst, einfache Aufgaben wie das Ausfüllen einer Steuererklärung werden zur grossen Herausforderung. Das kann zu Mahnungen, Überforderung und finanziellen Schwierigkeiten führen – obwohl Betroffene sich bemühen, alles richtig zu machen.

Hinzu kommt, dass viele alltagsnahe Unterstützungsangebote, wie Coaching selbst bezahlt werden müssen und für viele Betroffene dadurch schlicht nicht erreichbar sind.

Mit der Zeit habe ich Wege, Strategien und Werkzeuge gefunden, die mir helfen, meinen Alltag besser zu bewältigen.

Doch dieser Weg war lang, steinig und von vielen Rückschlägen geprägt.

Und genau das ist der Punkt:

Niemand sollte diesen Weg alleine gehen müssen.

Es darf nicht davon abhängen, wie viel Kraft jemand noch hat, wie lange jemand durchhält oder wie oft jemand weiterkämpft, bis endlich Unterstützung gefunden wird.

Gleichzeitig bin ich Mutter eines betroffenen Kindes und habe mich intensiv mit ADHS und Autismus auseinandergesetzt, unter anderem durch eine entsprechende Coaching-Ausbildung sowie Weiterbildungen im schulischen Bereich.

Dadurch sehe ich die Situation nicht nur aus persönlicher Sicht, sondern auch mit fachlichem Verständnis – und erlebe, wie stark Familien und Schulen belastet sind.

Viele Schulen stehen im Umgang mit ADHS und Autismus am Limit. Kinder sind überfordert und überreizt. Lehrpersonen arbeiten unter hoher Belastung. Familien stehen unter dauerhaftem Druck.

Zu Hause setzt sich das fort: Konflikte, Erschöpfung und Überforderung – für alle Beteiligten.

Dabei geht es auch um die Zukunft:

Wenn Kinder bereits in der Schule rechtzeitig die nötige Unterstützung erhalten, haben sie eine echte Chance, ihren Weg zu gehen, eine Ausbildung zu absolvieren und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

Frühe Unterstützung hilft nicht nur den Betroffenen selbst – sie entlastet Familien, stärkt Schulen und ist langfristig ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft.

Viele Betroffene funktionieren lange – bis es nicht mehr geht. Und genau dann, wenn das Umfeld merkt, dass etwas nicht stimmt, ist die Belastung bereits so gross, dass dringend Hilfe nötig wäre. Doch genau diese Unterstützung fehlt oft.

Wir fordern deshalb:

– Niederschwellige, alltagsnahe Unterstützung für Menschen mit ADHS
von Kind bis Erwachsenen.

– Klare, zentrale Anlaufstellen, die Orientierung geben und Betroffene begleiten.

– Frühzeitige Entlastung für Familien, bevor Situationen eskalieren.

– Bessere Koordination zwischen Gesundheitswesen, Schule und sozialen Diensten.

ADHS endet nicht bei der Diagnose.  
Und Unterstützung darf nicht dort aufhören, wo sie erst beginnen müsste.

Warum ist das wichtig?

ADHS betrifft mehr Menschen, als viele denken – Kinder, Erwachsene und ganze Familien.

Doch das eigentliche Problem beginnt oft erst nach der Diagnose. Viele Betroffene stehen im Alltag alleine da: Sie kämpfen mit Organisation, Bürokratie, Schule, Finanzen und einem Alltag, der kaum mehr zu bewältigen ist.

Unterstützung ist schwer zugänglich, oft an Voraussetzungen gebunden oder mit langen Wartezeiten verbunden. Viele werden von Stelle zu Stelle weitergeleitet – ohne klare Hilfe.

Von aussen wirkt vieles „normal“. Doch innerlich ist es für viele ein täglicher Kampf. Häufig wird ADHS unterschätzt, obwohl es sich um eine neurologisch psychiatrisch anerkannte Beeinträchtigung handelt.

Auch Familien sind stark betroffen: Kinder geraten in der Schule unter Druck, Eltern kommen an ihre Grenzen, das gesamte Familiensystem leidet.

Dabei geht es auch um die Zukunft unserer Gesellschaft:

Wenn Kinder frühzeitig Unterstützung erhalten, haben sie bessere Chancen auf eine stabile Entwicklung, eine Ausbildung und ein selbstständiges Leben. Frühzeitige Hilfe entlastet nicht nur die Betroffenen, sondern auch Schulen, Familien und langfristig das gesamte System.

Diese Petition ist wichtig, weil sie aufzeigt, dass es nicht an den Betroffenen liegt – sondern an fehlender Unterstützung im Alltag.

Mit Ihrer Unterschrift helfen Sie mit, dass Menschen mit ADHS und ihre Familien nicht länger durchs Raster fallen.

Neuigkeiten

2026-04-20 10:47:41 +0200

5,000 Unterschriften erreicht

2026-04-18 16:04:43 +0200

Ein kurzer Rückblick – weil gerade so viel passiert

Seit dem 8. April, seit dem Start meiner Petition, hat sich unglaublich viel entwickelt.
Mittlerweile stehen wir bei 4620 Unterschriften.

Ich bin im Austausch mit zwei Fachstellen, erste Gespräche laufen bereits.
Auch medial wurde das Thema aufgegriffen – meine Geschichte war auf der Titelseite der Basler Zeitung.

Weitere Medien sind aufmerksam geworden und haben sich für einen nächsten Bericht gemeldet.

Was mich besonders berührt:
Die Petition wird von Fachstellen, Psychologinnen sowie Lehrerinnen und Lehrern geteilt.
Und ich erhalte täglich Rückmeldungen von Menschen, die genau das erleben.

Es zeigt sich immer deutlicher:
Das Thema betrifft viel mehr Menschen, als man denkt. 🩵🙏🏼🔥

Vielen Dank an alle, die das möglich machen. 🩵🙏🏼

2026-04-13 08:30:32 +0200

1,000 Unterschriften erreicht

2026-04-10 22:30:41 +0200

500 Unterschriften erreicht

2026-04-09 23:56:42 +0200

🔥 Über 260 Unterschriften in weniger als 24 Stunden – ich bin überwältigt. 🥺❤️🙏🏼

Es berührt mich sehr, wie viele Menschen hinter diesem Thema stehen. Für mich ist das nicht nur motivierend, sondern auch emotional. Ich habe lange geschwiegen und mich oft nicht gehört gefühlt. ❤️

Umso mehr bewegt es mich, jetzt zu sehen, dass meine Worte Wirkung haben. Dass dieses Thema endlich gesehen wird. Dafür bin ich von Herzen dankbar. 🙏🏼

Dieser Moment fühlt sich wie ein erster grosser Meilenstein an – und zeigt, dass etwas in Bewegung kommt.

Heute hat das Interview mit der Basler Zeitung stattgefunden – morgen ist das Shooting. Der Artikel erscheint voraussichtlich am Wochenende oder Anfang nächster Woche. 😍

Danke, dass ihr Teil davon seid ❤️🔥🙏🏼

2026-04-09 12:38:01 +0200

100 Unterschriften erreicht

2026-04-09 09:06:39 +0200

50 Unterschriften erreicht

2026-04-09 07:38:54 +0200

25 Unterschriften erreicht

2026-04-09 06:07:35 +0200

10 Unterschriften erreicht