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An: Schweizer Bauernverband (SBV)

Schluss mit dem Schweigen, setzt euch für uns ein!

Sehr geehrter Vorstand des Schweizer Bauernverbandes (SBV)

Wir erleben in der Schweiz zur Zeit eine der grössten Hitzewellen und eine der längsten Trockenheitsperioden der jüngeren Geschichte. Es ist bereits seit einiger Zeit wissenschaftlicher Konsens, dass die Häufigkeit, Dauer und Intensität solcher Extremereignisse massgeblich zunimmt durch die menschengemachte Klimakrise.

Während sich der offizielle Schweizer Bauernverband (SBV) die letzten Wochen beharrlich über diese historische Trockenheit ausschweigt, haben sich einzelne Exponenten geäussert. Es wurden Forderungen laut nach einer Lockerung der RAUS-Bestimmungen, Senkung von Zöllen auf Futtermittel und vereinfachte Bewilligungsverfahren für Wassersammelbecken. Kurzfristige Massnahmen, die einzig auf die Abfederung der aktuellen Trockenheit abzielen, können für einzelne Betriebe sehr wichtig sein. Wir unterstützen diese Forderungen deshalb grundsätzlich. Sie ignorieren jedoch die langfristige Tragweite und die menschengemachten Ursachen der Klimakrise. Neben Massnahmen zur Anpassung der Schweizer Landwirtschaft an ein heisseres Klima benötigen wir dringend auch effektive Klimaschutzmassnahmen, die die weitere Erderhitzung abbremsen.

Der SBV hat sich wider besseren Wissens in der Vergangenheit immer wieder gegen Klimaschutzmassnahmen ausgesprochen und die Dringlichkeit der Klimakrise ignoriert. Er hat sich für den Autobahnausbau ausgesprochen und zusammen mit den Wirtschaftsverbänden jede umwelt- und klimapolitische Vorlage bekämpft. Gleichzeitig hat sich der SBV jedoch in diversen landwirtschaftsfernen Abstimmungskampagnen engagiert. (Unter anderem gegen die Prämien-Entlastungs-Initiative und gegen die 13. AHV-Rente. Dies obwohl keine andere Berufsgruppe derart stark auf die AHV angewiesen ist wie wir Landwirt*innen.)

Es drängt sich uns immer wieder der Verdacht auf: Unser Berufsverband vertritt uns nicht mehr!

Das macht uns wütend und frustriert. Wir pflegen bei über 35°C den ganzen Tag draussen unsere Kulturen und setzen uns der Gefahr von Sonnenstich, Hitzeschlag, Kreislaufkollaps und Hautkrebs aus. Unsere Tiere werden krank aufgrund von Hitzestress oder wir müssen sie notschlachten, weil die trockenen Wiesen zu wenig Futter hergeben. Wir tragen den wirtschaftlichen Druck der Ernteausfälle aufgrund von Hitze und Wassermangel. Und schlussendlich sind wir nicht mehr in der Lage, unseren verfassungsmässigen Auftrag der Lebensmittelproduktion und des Ressourcenschutzes wahrzunehmen.

Wir benötigen wieder angemessene Rahmenbedingungen, um nachhaltig gesunde Nahrungsmittel zu produzieren und unsere natürlichen Ressourcen schützen und pflegen zu können. Wir fordern den Schweizer Bauernverband auf, uns und die Schweizer Landwirtschaft wieder effektiv zu vertreten und für einen wirksamen und nachhaltigen Klimaschutz einzustehen.

Mit freundlichen Grüssen
Anna (ang. Schafhirtin), Finn (Bauer), Kasimir (Landwirt, ang. Agronom), Marc (Gemüsegärtner), Riccardo (ang. Gemüsegärtner), Yannick (Älpler) und weitere Bäuerinnen und Bauern und Landwirt*innen

Warum ist das wichtig?

Die Hitze und Trockenheit erschwert die Lebensmittelproduktion in der Schweiz zunehmend. Während sich der Schweizer Bauernverband (SBV) diesen Sommer noch kein einziges Mal offiziell zur Hitze und Trockenheit geäussert hat, arbeiten wir bei fast 40°C den ganzen Tag draussen. Unsere Tiere werden krank, unser Futter reicht nicht für den Winter und unsere Kulturen vertrocknen auf dem Feld. 

Es ist bereits seit einiger Zeit wissenschaftlicher Konsens, dass die Häufigkeit, Dauer und Intensität solcher Extremereignisse, wie wir sie zur Zeit erleben, massgeblich zunimmt durch die menschengemachte Klimakrise. Der SBV nimmt für sich immer wieder in Anspruch die gesamte Landwirtschaft zu vertreten. Er hat sich trotzdem in der Vergangenheit immer wieder gegen Klimaschutzmassnahmen ausgesprochen und die Dringlichkeit der Klimakrise ignoriert.

Wir rufen den SBV in einem offenen Brief auf, uns endlich wieder zu vertreten und für wirksamen und effektiven Klimaschutz einzustehen.
Wir rufen alle unter der Hitze leidenden Bäuerinnen, Bauern und Landwirt*innen dazu auf, unseren offenen Brief zu unterzeichnen.

Wie die Unterschriften übergeben werden

Wie werden diesen offenen Brief zusammen mit allen Unterschriften am Montag (27. Juli 2026) an den Schweizer Bauernverband verschicken.

Neuigkeiten

2026-07-27 08:55:00 +0200

500 Unterschriften erreicht

2026-07-26 15:34:02 +0200

100 Unterschriften erreicht

2026-07-26 13:15:33 +0200

50 Unterschriften erreicht

2026-07-26 12:39:14 +0200

25 Unterschriften erreicht

2026-07-26 11:37:37 +0200

10 Unterschriften erreicht