1,000 Unterschriften erreicht
An: Agnes Heller, Leiterin des Bau- und Umweltamtes Gemeinde Glarus Nord und Regierungsrat Thomas Tschudi, Vorsteher des Departements Bau und Umwelt Kanton Glarus
Lachsfarm am Walensee stoppen!
Die Unterzeichnenden dieser Petition fordern von den Zuständigen des Bau- und Umweltamtes der Gemeinde Glarus Nord sowie des Kantons Glarus Folgendes:
Das Baugesuch für die grösste Lachsfarm der Schweiz am Ufer des Walensees (1) bei Mollis muss abgelehnt werden. Die Lachszucht darf nicht genehmigt und gebaut werden.
Das Baugesuch für die grösste Lachsfarm der Schweiz am Ufer des Walensees (1) bei Mollis muss abgelehnt werden. Die Lachszucht darf nicht genehmigt und gebaut werden.
Es liegt bereits ein Einspruch des Vereins fair-fish gegen das Baugesuch vor (1), das insbesondere die Tierschutzmängel der geplanten Farm kritisiert. Dieser Einspruch muss ernst genommen werden. Das Bau- und Umweltamt steht aus Tierschutz- und Umweltgründen in der Verantwortung, dieses Projekt zu verhindern!
Warum ist das wichtig?
Es sprechen vielfältige Argumente gegen die Bewilligung des Baus der Lachsfarm. Nachfolgend werden die wichtigsten Argumente gelistet:
Tierschutz:
Tierschutz:
- Massentierhaltung: Bei der geplanten Fischfarm (Recirculating Aquaculture Systems, kurz RAS) werden Lachse in Massentierhaltung gezüchtet. Die Fische werden hier bis zu 4-mal dichter als in Netzfarmen im Meer gehalten. Das führt zu chronischem Stress, Verletzungen und Krankheiten. (2)
- Missachtung artspezifischer Bedürfnisse: Lachse sind Wanderfische und haben in freier Wildbahn ein sehr abwechslungsreiches Leben. In der geplanten Fischfarm können sie ihr natürliches Verhalten nicht zeigen, weil die kahle Anlage kaum Struktur und Abwechslung bietet. Das lässt sie Stress stärker spüren.
- Systemrisiken & Massensterben: Die sensiblen technischen Systeme können bei Störungen zum Tod von Hunderttausenden Fischen auf einen Schlag führen, wie erst kürzlich für eine landbasierte Lachszucht in Japan dokumentiert wurde. (3)
Umweltrisiken:
- Schadstoffe: Auch wenn die Firma Swiss Blue Salmon mit Nachhaltigkeit und technologischen Innovationen wirbt, ist die Realität eine andere. Denn auch landbasierte Aquakulturen produzieren Schadstoffe wie Fäkalien. Es bleibt ein Restrisiko bestehen, dass es zu Schadstoffeinträgen in umliegende Gewässer (insbesondere in den Walensee) kommt.
- Energie- und Ressourcenverbrauch: Sowohl der Bau als auch der Betrieb von RAS-Anlagen haben einen grossen Energie- und Wasserverbrauch.
- Die Belastung der Ozeane bleibt bestehen: Lachs ist ein Raubfisch, also Fleischfresser. Das bedeutet, dass für das Futter der Zuchttiere in RAS-Anlagen wild gefangene Kleinfische benötigt werden. Es werden mehr Wildfische als Futter benötigt, als an Lachs produziert wird. (4) Um einen einzigen Zuchtlachs zu füttern und aufzuziehen, müssen bis zu 440 Wildfische gefangen werden. (5)
Soziale Faktoren und globale Auswirkungen:
- Bedrohung lokaler Ernährungssysteme: Der Fischfang für Fischöl und -mehl (das zur Fütterung der Zuchtlachse benötigt wird) findet häufig in Ländern des globalen Südens statt, etwa vor der Westküste Afrikas. Industrieller Fischfang verdrängt dort heimische Fischer*innen und entzieht der lokalen Bevölkerung eine bezahlbare, proteinreiche Nahrungsquelle, die Möglichkeit zum Einkommen aus traditioneller Fischerei und kulturelle sowie wirtschaftliche Lebensgrundlagen. (5)
Fazit:
Eine Auseinandersetzung mit den Umweltfolgen, dem Tierwohl und sozialen Aspekten bleibt beim profitorientierten Vorhaben dieser Lachszucht unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit auf der Strecke. Ein solches Geschäftsmodell hat am Walensee nichts verloren: Ein sensibler Naturraum darf nicht zum Experimentierfeld für kurzfristige Profite werden, deren Schäden Umwelt, Tiere und Gesellschaft gleichermassen treffen. Wirklich nachhaltig ist lediglich eine Reduktion des Konsums von Lachs.
Quellen:
(1) Watson (12.01.2026): 1,5 Millionen Fische unter einem Dach: Riesige Lachsfarm am Walensee geplant
(2) Sveen LR, Timmerhaus G, Krasnov A, Takle H, Stefansson SO, Handeland SO, Ytteborg E. (2018): High fish density delays wound healing in Atlantic salmon (Salmo salar)
(3) Sea Food Source (02.06.2025): Proximar cites human error in mortality event that killed 170,000 fish
(4) WWF (2025): Eating up the ocean – a call to shift our seafood consumption towards ocean-friendly diets
(5) Seastemik (2025): Salmon. The pink bomb of an exhausted food system.