An: Kirchenpflege Rüti ZH, Bezirkskirchenpflege Hinwil, Landeskirche Zürich inkl. Pfarraufsicht
Rüti reformieren

Wir, die Unterzeichnenden, verlangen von sämtlichen Aufsichtsbehörden (Kirchenpflege, Bezirkskirchenpflege, Landeskirche inkl. Pfarramtsaufsicht, sowie vom externen Berater) den sorgsam abgewogenen Worten des Konfliktinformationsabends zeitnah sichtbare Taten folgen zu lassen.
Insbesondere erwarten wir
a) die von der Pfarrerin aufgeworfenen Vorwürfe an Mobbing und struktureller Gewalt von einer unabhängigen Kommission zu beleuchten.
Diese Kommission sollte sich je hälftig aus ausgewiesenen Fachpersonen (u.a. Fachstelle für Mobbing, Forschende zu struktureller Gewalt, Supervision im Kirchenfeld) sowie interessierten Kirchengemeindemitgliedern zusammensetzen. Dabei sollen insbesondere die gegenwärtigen und die abgegangenen Mitarbeitenden der letzten zwei Jahre systematisch angehört werden. Die Erkenntnisse aus diesen Untersuchungen führen nebst einer öffentlichen Information des Kirchenvolks überdies zu konkreten und verbindlichen Konsequenzen für die künftige Personalführung in Rüti ZH.
b) kurzfristig eine ausserordentliche Neuwahl der Kirchenpflege bis zur Kirchgemeindeversammlung im Dezember 2026.
Die Bezirkskirchenpflege wusste spätestens seit 2025 über die anhaltenden Konflikte in Rüti ZH Bescheid. Dennoch wurde versäumt, die Stimmberechtigten rechtzeitig vor der Kirchenpflegewahl im Frühling und Sommer 2026 davon in Kenntnis zu setzen. Das widerspricht dem Prinzip von Treu und Glauben, welches das Kirchenvolk von den Behörden erwartet. Wie der Konfliktanlass zeigte, wird die demokratische Legitimation der bisherigen Kirchenpflegemitglieder öffentlich infrage gestellt. Durch eine ausserordentliche Neuwahl kann das Vertrauen in die Behörde wieder hergestellt werden.
c) mittelfristig die Schaffung einer Mitarbeitendenkultur, welche sich an professionellen Standards orientiert.
Wie verschiedene Mitarbeitende am Konfliktanlass deutlich machen, fehlt es in Rüti ZH, abseits des beliebten Dankesbrunchs, an einer wertschätzenden und professionellen Umgangskultur. Wir erwarten deshalb die Schulung, Einhaltung und regelmässige Überprüfung von etablierten Standards wie Transparenz, Streit- und Fehlerkultur, der aktiven Kommunikation, des Qualitätsmanagements. Selbstverständlich sind dabei die Einhaltung sämtlicher gesetzlicher Vorschriften und der etablierten institutionellen Konzepte zu gewährleisten.
d) langfristig die Professionalisierung der Kirchenleitung in Rüti ZH. Das operative Tagesgeschäft übernimmt idealerweise eine Geschäftsleitung (z.B. Kirchenschreiber:in). Die strategische Ausrichtung gibt eine personell reduzierte Kirchenpflege (z.B. drei gewählte Mitglieder) vor.
Wie diverse Stimmen am Konfliktanlass betonten, existiert keine Lehre als Kirchenpflegende:r. Es sei ein sehr zeitraubendes Miliz-Amt, das es neben dem Berufs- und Alltagspensum zu bewältigen gälte. Der administrative Aufwand habe sich markant erhöht, was es schwierig macht, genügend interessierte, geschweige denn fachlich versierte Kandidierende zu finden. Der vakante siebte Kirchenpflegesitz verweist auf dieses Dilemma. Andere Kirchgemeinden stehen vor derselben Herausforderung. Sie reagieren auf diese Entwicklung durch die Professionalisierung ihrer Strukturen.
Warum ist das wichtig?
Der Konfliktanlass vom 28.8.2026 in der reformierten Kirche Rüti ZH zeigt, dass in der Kirchgemeinde seit längerem Konflikte und Missstände gären, die im überraschenden Abgang der gewählten Pfarrerin Stefanie Porš für die Anwesenden erstmals sichtbar wurden. Die divergierenden Informationen von den anwesenden Behördenvertretenden und der Pfarrerin irritieren und verlangen schnellstmögliche Klärung.
Kirchenpflege und Bezirkskirchenpflege ist es bis zu jenem Anlass weder gelungen die gravierenden Missstände in unserer Kirche nachhaltig anzugehen, noch die herrschenden Probleme zu benennen geschweige denn diese uns, dem Kirchenvolk, zeitnah und transparent zu kommunizieren.
Wie die Unterschriften übergeben werden
Durch eine Delegation werden Petition und Unterschriften der Kirchenpflege Rüti ZH überreicht. Zusätzlich werden wir der Bezirkskirchenpflege Hinwil die Unterschriften sowie Katharina Hiller (Zürcher Landeskirche, Personalführung Pfarrschaft) zukommen lassen.