An: Regierungsrat des Kantons Bern, Regierungsrat des Kantons Solothurn, Gemeinderat Utzenstorf sowie die Projektpartner Digitec Galaxus, Schweizerische Post und Genossenschaft Migros Aare.

Faire und vernünftige Verkehrsverteilung für das Logistikzentrum Emmepark Utzenstorf

Mit dem geplanten Logistik- und Verteilzentrum auf dem Emmepark-Areal in Utzenstorf werden täglich rund 300 Lastwagenfahrten erwartet. Für diese Fahrzeuge bestehen grundsätzlich zwei Routen zur Autobahn A1: über Gerlafingen zur Autobahnauffahrt Kriegstetten oder über Utzenstorf und Kirchberg zur Auffahrt Kirchberg.

Im ursprünglichen Umweltverträglichkeitsbericht vom 30. November 2020 wurde aufgrund der erwarteten Verkehrsströme davon ausgegangen, dass sich der zusätzliche Verkehr zu rund 80 % Richtung Kriegstetten und zu 20 % Richtung Kirchberg verteilen wird. Das ist nachvollziehbar: Ein erheblicher Teil der Fahrten führt in Richtung Zürich, Basel und Härkingen. Für diese Ziele ist Kriegstetten die direkte Autobahnanbindung.

Nach Interventionen des Kantons Solothurn wurde diese Verteilung jedoch verändert. Im UVB-Nachtrag von 2021 wurde eine Verteilung von 50/50 angenommen. Nach dem Bereinigungsverfahren des Bundesrats wurde schliesslich eine Verkehrsverteilung von 40 % über die Route Nord und 60 % über die Route Süd festgelegt.

Damit wird Verkehr nicht vermieden, sondern verlagert – und gleichzeitig zusätzlicher Verkehr erzeugt.

Lastwagen, die vom Emmepark Richtung Zürich, Basel oder Härkingen fahren und über Kirchberg auf die Autobahn geführt werden, fahren zunächst in die entgegengesetzte Richtung und müssen anschliessend auf der A1 wieder zurück Richtung Kriegstetten fahren. Aus einer politisch festgelegten Verteilung der Verkehrslast entstehen damit zusätzliche Kilometer, zusätzliche Emissionen und zusätzlicher Schwerverkehr durch Utzenstorf.

Besonders problematisch ist dies für die Bevölkerung von Utzenstorf. Die Hauptstrasse ist bereits heute eine zentrale Verkehrsachse durch das Dorf. Gleichzeitig muss die Mehrheit der Schulkinder diese Kantonsstrasse auf dem Weg zur Schule mindestens einmal queren. Heute trägt ein freiwilliger Lotsendienst wesentlich dazu bei, diese Querungen sicherer zu machen. Dieser Lotsendienst ist jedoch keine strukturelle Lösung, sondern ein Notbehelf, der auf dem freiwilligen Engagement von Eltern und Dorfgemeinschaft beruht. Zusätzlicher Schwerverkehr verschärft diese bereits angespannte Situation.

Wir fordern deshalb:

  • Natürliche Verkehrsverteilung anstatt angeordneter Umwege. Die Verkehrsverteilung soll dem natürlichen Fahrtziel der LKW folgen. Bei freier Routenwahl entspricht dies rund 80 % via Gerlafingen/Kriegstetten und 20 % via Utzenstorf/Kirchberg, wie im UVB vom November 2020 festgehalten. Eine politisch erzwungene Umverteilung, die LKW zu sinnlosen Umwegen zwingt, ist abzulehnen.

  • Sicherstellung der Schulwegsicherheit. Vor jeder weiteren Bewilligung ist eine unabhängige Analyse der Schulwegsicherheit in Utzenstorf durchzuführen. Diese muss den Mehrverkehr durch das Logistikzentrum explizit einbeziehen und verbindliche Massnahmen festlegen – strukturell und nicht als Notlösung auf Basis von Freiwilligenarbeit.

  • Einbezug der Gemeinde Utzenstorf. Die Gemeinde Utzenstorf ist zwingend und gleichberechtigt bei der Ausgestaltung des Infrastrukturvertrags einzubeziehen. Eine Gemeinde, die keine nennenswerten Steuereinnahmen aus dem Projekt erhält, darf nicht praktisch allein die Verkehrslasten tragen, die ohne politisch gewollte Umverteilung gar nicht anfallen würden.

  • Unabhängige Neubeurteilung der Standorteignung. Angesichts der ungelösten Erschliessungsproblematik – das Areal liegt mehrere Kilometer von der nächsten Autobahnauffahrt entfernt, ohne direkte und konfliktfreie Zufahrt – ist die Standorteignung als Logistikzentrum dieser Grössenordnung unabhängig neu zu beurteilen. Wird der Standort Emmepark Utzenstorf den Anforderungen eines Logistikzentrums mit 30 Millionen Paketen und 300 täglichen LKW-Fahrten tatsächlich gerecht?

Unser Fazit

Ein Logistikzentrum, das täglich hunderte von LKW zu einem ökologisch und ökonomisch sinnlosen Umweg zwingt, ist schlecht geplant. Die Konsequenzen tragen nicht die politischen Entscheidungsträger, die diesen Kompromiss ausgehandelt haben. Getragen werden sie von der lokalen Bevölkerung, den Schulkindern, der Umwelt und der Wirtschaft.

Wir fordern ein Ende dieser Fehlplanung und eine Verkehrslösung, die logistischer Vernunft, ökologischer Verantwortung, der Sicherheit unserer Kinder und den Interessen der betroffenen Gemeinden gerecht wird.

Warum ist das wichtig?

Warum ist das wichtig?

Es geht um mehr als um die Frage, ob Lastwagen links oder rechts zur Autobahn fahren. Es geht darum, wie wir mit Verkehr, Umwelt und der Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung umgehen.

Wenn eine Verkehrsführung dazu führt, dass Lastwagen unnötige Kilometer fahren, zusätzliche Emissionen verursachen und Ortschaften stärker belasten, obwohl ein direkterer Weg vorhanden ist, muss diese Lösung hinterfragt werden.

Für Utzenstorf bedeutet der geplante zusätzliche Schwerverkehr eine Belastung, die das ganze Dorf betrifft: mehr LKW auf der Hauptstrasse, mehr Lärm und Emissionen und zusätzliche Risiken auf den Schulwegen. Bereits heute müssen viele Kinder die Kantonsstrasse auf ihrem Schulweg queren; ein freiwilliger Lotsendienst hilft dabei, diese Situation zu bewältigen.

Gleichzeitig geht es um Fairness zwischen den Gemeinden und Kantonen. Verkehr verschwindet nicht, indem man ihn politisch umverteilt. Er wird lediglich verlagert – und im vorliegenden Fall entstehen dadurch sogar zusätzliche Fahrkilometer.

Wir sind überzeugt: Ein Logistikzentrum dieser Grössenordnung braucht eine Verkehrslösung, die sich an den tatsächlichen Verkehrsströmen orientiert und unnötige Fahrten vermeidet, statt neue zu schaffen.

Wer diese Petition unterstützt, setzt sich deshalb nicht gegen das Logistikzentrum ein, sondern für eine vernünftige Lösung: direkte Wege, weniger unnötiger Verkehr, sichere Schulwege und eine faire Verteilung der Belastungen.

Denn Verkehr, den man vermeiden kann, sollte man nicht politisch erzeugen.

3427 Utzenstorf, Schweiz

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