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An: Den Bundesrat

Die Gesundheit der Bevölkerung ist in Gefahr: Wir fordern die Wiederaufnahme der PFAS-Studie!

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Sehr geehrter Bundesrat

Anfang September 2025 haben Sie eine wichtige nationale Studie des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) sistiert, die die Auswirkungen verschiedener Schadstoffe, darunter PFAS, auf den menschlichen Körper untersuchen sollte. Als offiziellen Grund gaben Sie die als zu hoch eingeschätzten Kosten an, die auf etwa 240 Millionen Franken über 20 Jahre veranschlagt wurden. (1)

Dieser Betrag erscheint jedoch völlig angemessen, wenn man ihn den 26 Milliarden gegenüberstellt, die für die Dekontaminierung der stark mit PFAS belasteten Standorte in der Schweiz vorgesehen sind. (2) Hinzu kommen Gesundheitskosten, die schwer zu quantifizieren sind. Ihr jüngster Bericht über PFAS (3) erwähnt jedoch eine Schätzung aus dem Jahr 2019. Diese beziffert die Kosten auf mindestens 1 bis 1,6 Milliarden Franken pro Jahr. Selbst aus rein wirtschaftlicher Sicht ist es also kostengünstiger, in die Forschung zu investieren, als morgen den Preis für die Schäden zu zahlen. (4)

Mit dieser Petition fordern wir Sie auf, die voreilige Entscheidung zu überdenken und die nationale Studie über die Risiken von PFAS und weiterer Chemikalien für die menschliche Gesundheit durchzuführen. Nicht nur, um enorme Sanierungskosten zu vermeiden, die früher oder später auf die Bevölkerung zurückfallen werden, sondern vor allem, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Wir bitten Sie ausserdem, die Umsetzung von Massnahmen zu beschleunigen, die das Problem an der Wurzel anpacken.

Warum ist das wichtig?

Die öffentliche Gesundheit ist gefährdet. 

Obwohl das Wissen noch lückenhaft ist und in der Schweiz weitere Forschungsarbeiten erforderlich sind, lassen die in den letzten Jahrzehnten gesammelten Daten zur Toxizität der Chemikalien aus der PFAS-Familie bereits den Schluss zu, dass sie tatsächlich eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit sind. (5) Solange der PFAS-Hahn nicht zugedreht wird, werden sich die Chemikalien weiterhin in unseren Böden, Gewässern und Lebensmitteln anreichern und schliesslich in unsere Körper gelangen. (6)

Unser Körper ist nicht in der Lage, diese giftigen Substanzen effizient abzubauen. Sobald sie in grossen Mengen aufgenommen werden, verursachen sie laut Studien zahlreiche Gesundheitsprobleme, darunter Krebs, Hormon- und Schilddrüsenstörungen, die Schwächung des Immunsystems, Leberprobleme und erhöhte Cholesterinwerte. (7)

Und es ist nicht so, dass die Studie zugunsten sofortiger Massnahmen aufgegeben wurde.

Bei der Sondersitzung zu PFAS im Herbst haben Sie dem Nationalrat vielmehr empfohlen, alle parlamentarischen Anträge abzulehnen, die kurz- oder mittelfristige verbindliche Massnahmen zur Reduzierung des Einsatzes von PFAS vorsahen. Der Nationalrat folgte diesen Empfehlungen und lehnte alle Anträge ab. 

In Ihrem jüngsten Bericht über PFAS (3) geben Sie als einzige Sofortmassnahme an, dass im „Laufe des Jahres 2026 soll in der Schweiz für Trinkwasser ein Höchstwert von 0.1 µg/l für die Summe von 20 PFAS eingeführt werden” (S. 3). Diese Massnahme ist bei weitem nicht ausreichend, und sie könnte sogar kontraproduktiv sein! Denn das Verbot bestimmter PFAS führt oft dazu, dass sie durch andere PFAS ersetzt werden. Es gibt jedoch keine PFAS, die nachweislich unbedenklich sind, und die zunehmende Vielfalt dieser Stoffe erschwert die Dekontamination zusätzlich.

Mit dieser Petition fordern wir die dringende Wiederaufnahme der Studie, damit öffentliche Entscheidungen endlich auf klaren und transparenten Daten basieren.

Eine nationale Studie ist unerlässlich, reicht aber allein nicht aus: Es ist entscheidend, ab sofort das Vorsorgeprinzip anzuwenden. Es müssen strenge Präventivmassnahmen ergriffen werden, um den Übergang zu PFAS-freien Alternativen zu beschleunigen und die Bevölkerung vor diesen giftigen Substanzen zu schützen.

Sehr geehrte Damen und Herren des Bundesrates, wir fordern Sie deshalb auf, die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen zu erarbeiten und alle notwendigen Schritte zur Vermeidung von weiteren PFAS-Einträgen einzuleiten. 


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Quellen
(1) SRF, ”Bund spart Studie zu Belastung durch PFAS und Pestizide weg”
(2) SRF, “So viel könnten PFAS die Schweiz kosten – exklusive Schätzung”
(3) Bundesrat, “Belastung von Mensch und Umwelt durch langlebige Chemikalien
Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulates 22.4585 Moser Tiana Angelina «Aktionsplan zur Reduktion der Belastung von Mensch und Umwelt durch langlebige Chemikalien» vom 16. Dezember 2022”
(4) 20 Minutes, “Berne renonce à son «étude du siècle» sur les pesticides et PFAS”
(5) Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, “Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS)”, Kapitel “Gesundheitliche Risiken”
(6) Forever Pollution Project, “The Map of Forever Pollution”
(7) Agence nationale de sécurité sanitaire de l’alimentation, de l’environnement et du travail) (ANSES), “PFASs: very persistent chemicals”

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