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An: Bundespräsident Guy Parmelin

Kein zweites Crans-Montana: Nein zu Lockerungen des Brandschutzes!

Bild von Max Kukurudziak auf Unsplash
Sehr geehrter Herr Bundespräsident

Die Brandkatastrophe von Crans-Montana versetzt uns alle in Anteilnahme und tiefe Trauer. Menschen wurden aus dem Leben gerissen, viele tragen Stigmata dieses Ereignisses für ihr weiteres Leben auf und in sich. 

Im Blick (04.01.2025) fassen Sie unsere Verantwortung für die Zukunft zusammen: "Wir müssen nun gemeinsam mit den kantonalen und kommunalen Behörden schauen, dass wir Massnahmen ergreifen können, damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederholt".

Mit der, sich aktuell in technischer Vernehmlassung befindlichen, Revision der Brandschutzvorschriften (BSV 2026) steht unter Fachexperten die Kritik im Raum, dass bewährte Sicherheitsbarrieren (im Speziellen die behördlichen Kontrollen) aus wirtschaftlichen Gründen reduziert werden sollen. 
Dabei ist in der Sicherheitstheorie (Rasmussen "drift to danger", 1997) bekannt: Sicherheit braucht eine Gegenkraft zum ökonomischen Druck des Marktes. Diese kann nur der Staat garantieren, weil sich der Bürger nicht selber darum kümmern kann: welcher Bürger prüft schon den Brandschutz, wenn er ein Lokal aufsucht?
Sie haben die Macht die Weichen für den Brandschutz in unserem Land zu stellen:

  • Ein Marschhalt beim Projekt BSV 2026 bis zum vorliegen der systemischen Unfallanalyse. 
  • Die Erkenntnisse aus dem Brand sollen vor einer Inkraftsetzung der BSV 2026 in das Projekt einzufliessen. 
  • Der politische Auftrag dieser Zäsur im Brandschutz ist zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen. 

Aus dieser Tragödie zu lernen ist das Wirksamste, was die Schweiz tun kann damit Wunden heilen.

Warum ist das wichtig?

Hand aufs Herz: Prüfst du beim Besuch eines Lokals die Notausgänge? Die verwendeten Baustoffe und die Feuerlöscher? Wenn ja: wahrscheinlich sind wir Berufskollegen.
Aber die Mehrheit der Menschen in diesem Land vertraut darauf, dass sie in einem sicheren Land leben. Zu recht. 

Es gibt bei Unglücken wie in Crans-Montana nicht die Ursache.
Katastrophen wie diese sind die Spitze eines Eisberges mehrere Versäumnisse eines Systems (vgl. "Swiss-Cheese-Model", Reason 1990). Und eine Lockerung dieses Systems steht an. Kritiker der BSV 2026 sagen auch, Geld sei der wesentliche Treiber für die Revision.

Das System Brandschutz soll mit dem neuen Regelwerk BSV 2026 weiter liberalisiert werden. Sprich: Weniger Kontrolle durch die Behörde, mehr Eigenverantwortung an Eigentümer. 

Ein dem Druck des Marktes ausgesetzter Eigentümer soll sich selbst beschränken. 
Und halt wenn die Katastrophe passiert dafür geradestehen. Wie denn? 

  • Holt Geld Tote zurück? 
  • Kaschieren Abfindungen Brandnarben und Narben der Seele?
  • Wie kann eine Person diese Dimensionen des Leid tragen? 

Davon abgesehen sitzt die Sicherheit gegenüber Geldinteressen am kürzeren Hebel. 
Das sind psychologische Mechanismen der Risikowahrnehmung und in Organisationen beschriebene Prozesse ("Practical Drift, Rasmussen 1997).

Die einzige Kraft, die hier der Unsicherheit entgegenwirken kann ist der Staat und seine Behörden. Durch periodische Kontrollen und Mitwirkung bei der Gestaltung einer brandsicheren Schweiz.

Wie die Unterschriften übergeben werden

Zustellung via Mail an die Schweizerische Bundeskanzlei zuhanden des Bundespräsidenten.

Schweiz

Maps © Stamen; Data © OSM and contributors, ODbL

Neuigkeiten

2026-01-06 16:53:25 +0100

Petition ist mit 5 Unterschriften erfolgreich

2026-01-05 18:17:35 +0100

Liebe Unterstützerin, Lieber Unterstützer

Die Kanton haben gehandelt - die wesentlichen Forderungen dieser Petition wurden erfüllt (https://www.nzz.ch/schweiz/nach-der-katastrophe-von-crans-montana-schweiz-sistiert-geplante-lockerung-des-brandschutzes-ld.1918767).
Ein wichtiges Zeichen, dass wir aufrichtig aus dieser Katastrophe lernen wollen. Ich bleibe am Thema dran - und danke von Herzen für deine Stimme.