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An: Stephanie Eymann (Polizeidepartement Basel), Lukas Engelberger (Gesundheitsdepartement Basel-Stadt), Salzmann Christoph (Leiter Administrativhaft Bässlergut), grosser Rat Basel-Stadt

Hungerstreik im Bässlergut! Solidarität mit den Gefangenen

Instagram: @freemerou
!  Massenhungerstreik im Ausschaffungsknast Bässlergut am 14.April !
Nachdem zwei Personen schon seit über einer Woche im Hungerstreik waren, befanden sich über 24 Stunden die ganzen Stationen 1 und 3 im Hungerstreik. Auf Station 2 und 4 schlossen sich einzelne Gefangenen an. Mehr als die Hälfte der Gefangenen im Ausschaffungsgefängnis Bässlergut war damit im Hungerstreik! Weiterhin sind Personen im Hungerstreik und leisten Widerstand gegen ihre wilkürliche Gefangenschaft!

Die Forderung : Liberté. Freiheit.
Protestiert wird gegen den Ausschaffungsknast, der Menschen allein wegen „falscher“ Papiere monatelang einsperrt – ohne Perspektive, ohne sinnhafte Beschäftigung, ohne angemessene Versorgung. „15 mois – pour rien. Tu deviens fou.“ – 15 Monate für nichts, da wirst du verrückt.

Im Zentrum der Kritik steht die mangelhafte medizinische Versorgung. Gesundheitsprobleme werden nicht ernst genommen, der Zugang systematisch blockiert. Der Ablauf ist hierarchisch organisiert: Zuerst entscheidet der medizinische Dienst im Gefängnis, ob ein Anliegen überhaupt weitergeleitet wird. Danach bestimmt der Gefängnisarzt, ob externe Hilfe nötig ist – Überweisungen ins Spital oder zu Spezialist:innen werden jedoch häufig verweigert, selbst bei schweren Verletzungen oder chronischen Krankheiten.
Statt Behandlung gibt es Medikamente: Dafalgan gegen alles, dazu Quetiapin (ein Psychopharmakon) als Schlafmittel – ohne Aufklärung oder Begleitung. Sedierung ersetzt Versorgung. „Ibuprofen & Dafalgan – c’est ça le traitement.“ sagt ein Gefangener dazu. 

Die Folgen sind fatal:  Ein Gefangener mit gebrochener Schulter sowie Kopf- und Rückenverletzungen wartet trotz ärztlicher Empfehlung seit über einem Monat auf eine Operation – und befindet sich seit meheren Tagen im Hungerstreik.
Der Streik bringe nichts und schade nur der Gesundheit der Gefangenen selbst, heisst es von Seiten der Wärter. Zynisch – angesichts von Haftbedingungen, die die Gefangenen krank machen und sie überhaupt erst in den Streik treiben. Einer der Streikenden ist seit zehn Tagen ohne Nahrung und in kritischem Zustand. Die Stimmung auf den Stationen ist erschöpft und resigniert - aber Widerstand regt sich.

Wir haben vollen Respekt vor der Entschlossenheit der Gefangenen und stehen an ihrer Seite:
Wir fordern angemessene medizinische Versorgung im Bässlergut.
Wir fordern angemessene Arbeit und Entlöhnung im Gefängnis.
Wir fordern mehr und bessere Besuchszeiten, um unsere Freunde sehen zu können.
Wir fordern mehr Zeit im Hof, mehr und besserer Zugang zu Internet und Informationen, und die Möglichkeit, dass die Gefangenen selbst ihr Essen kochen dürfen - denn das Essen ist zu wenig und schlechter Qualität.
Wir fordern die sofortige Freilassung aller Gefangenen. 

Organisieren wir uns gegen ein System, das Menschen isoliert, entrechtet und krank macht! Bässlergut Einreissen.

Warum ist das wichtig?

Schuld daran, dass Patiente mit chronischen Krankheiten, Verletzungen und unbehandelten Krankheiten nicht behandelt, sondern eingesperrt werden, sind  das direkte Versagen und Verschulden des Gefängnisarztes, der Gefängnisdirektion, der Basler Regierung, des Migrations- und Justizdepartements.

Wir wollen die Verantwortlichen dieses unmenschlichen Knastregimes spüren lassen, dass der Kampf und unsere Solidarität über die Knastmauern hinausgehen.  Deswegen unterschreibt und teilt diese Petition! Die Forderungen und der Widerstand der Gefangenen soll nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in der Öffentlichkeit laut verkündet und diskutiert werden. Wir lassen die Gefangenen nicht alleine – solidarisiert euch! 
Basel-Stadt, Schweiz

Maps © Stamen; Data © OSM and contributors, ODbL

Neuigkeiten

2026-04-23 13:33:17 +0200

Aktion vor dem Ratshaus:
https://www.instagram.com/3rosengegengrenzen/p/DXcPlxuCJGS/