25 Unterschriften erreicht
An: Bundesrat Martin Pfister (Chef des VBS)
Motivation fördern, nicht bremsen - Funktionswechsel für motivierte Soldaten ermöglichen
Sehr geehrter Herr Pfister
In der Schweizer Armee wird die Funktion eines Soldaten bei der Rekrutierung festgelegt – basierend auf Testergebnissen und Bedarf. Dieser Entscheid ist in der Praxis endgültig.
In der Schweizer Armee wird die Funktion eines Soldaten bei der Rekrutierung festgelegt – basierend auf Testergebnissen und Bedarf. Dieser Entscheid ist in der Praxis endgültig.
Selbst wenn Soldaten später ihre Motivation, Fitness und Fähigkeiten deutlich verbessern, haben sie keine Möglichkeit, in eine anspruchsvollere Milizfunktion zu wechseln.
Das führt zu mehreren Problemen:
- Motivierte und leistungsfähige Soldaten werden unterfordert
- Weniger Kandidaten für körperlich anspruchsvolle Truppen (z.B. Infanterie, SK etc.)
- Die Armee nutzt die Fähigkeiten ihrer Angehörigen ineffizient und vorhandenes Potenzial bleibt ungenutzt.
Die Petition fordert, dass motivierte Soldaten eine zweite Chance erhalten dürfen:
- Möglichkeit, freiwillig einen Funktionswechsel in eine anspruchsvollere Rolle zu beantragen
- geeignete Stelle wie Kommando Rekrutierung entscheidet unter Berücksichtigung des Bedarfs und der Sinnhaftigkeit für die Armee, ob dieser Antrag angenommen wird
- Möglichkeit einer zweiten Ausbildung (RS)
- Umsetzung möglichst kostenneutral für die Armee – reduzierter Erwerbsersatz/Sold für Freiwillige in zweiter RS
- Erhöhung des Höchstalters der Rekrutierung/RS von 25 auf 30 Jahre
Warum ist das wichtig?
- Die Armee kämpft weiterhin mit Personalmangel. Jährlich brechen viele Rekruten die RS vorzeitig ab, besonders in körperlich anspruchsvollen Kampftruppen. Gesetzesänderungen könnten helfen, diese Bestände zu stabilisieren. Gerade diese übernehmen die härtesten Aufgaben – im Ernstfall braucht es genügend motivierte Freiwillige, die den "Drecksjob" übernehmen wollen und können.
- Die globale Sicherheitslage ist angespannt. Die Schweiz braucht engagiertes Armeepersonal. Motivierte junge Menschen sind das Rückgrat der Armee – und im Gegensatz zu Ausrüstung nicht käuflich. Es ist die Pflicht der Armee, sich für motivierte Angehörige einzusetzen und vorhandenes Potenzial zu fördern.
- Fähigkeiten entwickeln sich weiter – die Rekrutierung ist nur eine Momentaufnahme. Die Armee sollte flexibler werden und Funktionen an Leistungen anpassen, um die Fähigkeiten aller AdA optimal zu nutzen.
- Die Armee umfasst über 100 Funktionen mit unterschiedlich hoher Bedeutung für die Verteidigung. Weniger anspruchsvolle Aufgaben finden meist in der Kaserne statt und sind ausreichend besetzt. Wer mehr leisten will und Verantwortung übernehmen möchte, schafft einen Mehrwert – und sollte die Chance auf einen Funktionswechsel erhalten.
- Die Schweizer Milizarmee ist insofern ineffizient und im internationalen Vergleich nicht mehr zeitgemäss, als dass militärdiensttaugliche Personen ab einem Alter von 25 Jahren nicht mehr rekrutiert werden.