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An: Der Schweizerische Bundesrat

Für konsequenten Klimaschutz ohne Wenn und Aber

Sehr geehrter Herr Rösti
Sehr geehrte Bundesrätinnen und Bundesräte

Ausgetrocknete Bäche und  Rekordtiefstände in Schweizer Seen. Gravierende Waldbrände in vielen Europäischen Staaten. Rekordzahlen bei den Hitzetoten. Grosse Schäden in zahlreichen Schweizer Wäldern. Das Futter auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben ist knapp geworden, und die Ernteerträge bei den Ackerkulturen fielen tiefer aus als üblich. Der Juli 2026 war um 3,2 °C wärmer als im Referenzzeitraum 1991–2020 und um 5,1 °C wärmer als im vorindustriellen Durchschnitt von 1871–1900. 

Führende Politiker der Schweiz und Europas scheint dies alles aber wenig zu interessieren. Man ist erstaunt oder gibt Aussagen von sich, die daran zweifeln lassen, ob die Regierungen sich überhaupt je umfassend mit dem durch CO2 verursachten Klimawandel und dessen Folgen auseinandergesetzt haben. Der anthropogene bzw.  menschengemachte Klimawandel ist wissenschaftlicher Konsens und zeigt sich in einer Erhöhung der Temperatur sowie in einer Häufung und Intensivierung von Extremwetterereignissen wie der aktuellen Dürre. Über 99 % aller Klimawissenschaftler und sämtliche nationalen Akademien der Wissenschaften weltweit sind sich einig, dass der Mensch die Hauptursache der aktuellen Erwärmung ist. 

Der Hitzesommer 2026 ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf die massiven Veränderungen, die uns erwarten. Die Folgen des Klimawandels sind gravierend und haben massive Konsequenzen für Mensch, Natur und Wirtschaft wie die Zunahme von Hunger- und Wasserkrisen, der Verlust der Biodiversität und Gesundheitsrisiken durch Hitze. Während der Bundesrat beherzt Maßnahmen zur Eindämmung des Covid-Virus ergriffen hat, geschieht nun, da die Schweiz die Auswirkungen des anthropogenen Treibhauseffekts so drastisch zu spüren bekommt – NICHTS. Im Gegenteil, es werden sogar noch Gelder gestrichen für einen klimatauglichen Wald und für das Copernikus-Programm. Dies, obwohl gesunde Wälder in der Bekämpfung der Klimaerwärmung entscheidend sind. 

Begründet wird dieses fatale Nichtstun damit, dass unser Land viel zu klein sei, um die globale Konzentration an Treibhausgasen zu beeinflussen. Dabei wird aber unterschlagen, dass unser global agierender Finanzplatz eine  grosse Hebelwirkung hat. Dass die Schweiz sich auch international für Klimaschutz stark machen und mutig und mit gutem Vorbild vorangehen könnte. Klimaschutz ist kein linkes Hobbythema, sondern geht uns alle etwas an. Ohne Klimaschutz wird in naher Zukunft kein menschliches Leben mehr möglich sein auf diesem Planeten. Nicht zuletzt ist Klimaschutz auch wirtschaftlich gesehen ein absolutes Muss: Schon heute kosten die Folgen des anthropogenen Klimawandels die Schweiz Hunderte Millionen Franken pro Jahr. Die Ausgaben für den Schutz vor Hitze, Hochwasser und weiteren Extremereignissen dürfte die Schweiz künftig Milliarden kosten.

Das Parteiprogramm 2023-2027 der Schweizerischen Volkspartei steht unter dem Titel «Für eine sichere Zukunft in Freiheit!». «Der Schutz der Freiheit, die Rechte des Volkes, die Unabhängigkeit und die Sicherheit sind zentrale Eckpunkte und Aufgaben des Staates», ist dort weiter zu lesen. Der Klimawandel und überhaupt die Zerstörung und Verschmutzung der Umwelt sind direkte Angriffe auf Leben, Eigentum und Gesundheit und beschneiden die Freiheit und die Sicherheit enorm. Zudem werden sie kommende Generationen zu extremen Verboten und Krisenreaktionen zwingen und die Lebensgestaltung, Berufswahl und Bewegungsfreiheit massiv einschränken.  Nur eine intakte Umwelt bietet die Basis für ein selbstbestimmtes Leben „in Sicherheit und Freiheit“. 

Ich fühle mich als Schweizer Bürger:in von der Politik verraten und den wirtschaftlichen Interessen der Ölmilliardäre und einiger weniger Superreichen geopfert. Wer als Volksvertreter nicht alles daransetzt, den anthropogenen Klimawandel zu stoppen, macht sich des Ökozids schuldig. Denn die Klimaveränderung durch Emissionen von Treibhausgasen ist bereits so weit fortgeschritten, dass jede weitere Aufheizung der Erdatmosphäre  ökozide Wirkungen erreichen könnte. Mehrere Länder haben den Ökozid als Verbrechen innerhalb ihrer Grenzen strafrechtlich kodifiziert. Im internationalen Recht ist Ökozid noch nicht definiert, es gibt jedoch internationale Initiativen, Ökozid als fünftes Verbrechen neben Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Verbrechen der Aggression im Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs aufzuführen. 

Was jetzt oberste Priorität haben muss, auch bei den bürgerlich Parteien, ist konsequenter Klimaschutz ohne Wenn und Aber. Für eine starke und sichere Schweiz. Eine Reduzierung der Emissionen im Inland, das Abziehen klimaschädlicher Gelder, der Umbau von Verkehr und Landwirtschaft und eine Wende weg von ressourcenintensiver Tierhaltung zur Produktion pflanzlicher Lebensmittel. Und eine klare Positionierung unseres Landes für mehr Klimaschutz in der internationalen Politik. Zudem muss es selbstverständlich sein, dass Klimasünder zur Kasse gebeten werden, national wie international.

Eine sichere Zukunft in Freiheit ist nur möglich, wenn jetzt schnell und entschieden gehandelt wird. Wir fordern daher den Schweizerischen Bundesrat auf, Klimaschutz zu priorisieren und alles zu unternehmen,  um die Klimaerwärmung zu minimieren.

 

Warum ist das wichtig?

Konsequenter Klimaschutz ist ein absolutes Muss für eine sichere und lenenswerte Zukunft.

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2026-08-23 18:38:13 +0200

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