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An: Staatssekretariat für Migration, Migrationsamt Zürich

Freiheit und Sicherheit für Hasan, Hüseyin und Gülden Öztürk! Keine Ausschaffungen in die Türkei!

Wir fordern das Staatssekretariat für Migration, das Amt für Migration Zürich und die schweizerische Bevölkerung auf,
  • Hasan, Hüseyin und Gülden Öztürk sofort aus der Administrtivhaft zu entlassen,
  • Hasan, Hüseyin und Gülden Öztürk nicht in die Türkei auszuschaffen,
  • Hasan, Hüseyin und Gülden Öztürk Schutz in der Schweiz zu gewähren!


Nach Gewalt, Folter, Todesdrohungen und willkürlichen Repressionen durch den türkischen Staatsapperats, haben Hasan, Hüseyin und Gülden Öztürk im Jahr 2022 in der Schweiz Asyl beantragt um gemeinsam in Sicherheit leben zu können.
Ein Asylgesuch wurde abgelehnt, obwohl allen dreien bei Rückkehr in die Türkei politisch motivierte Gefängnisstrafen droht und kein sicheres selbstbestimmtes Leben möglich wäre. Beweise über diese Zustände wurden pauschal als Fälschungen bezichtigt. 


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Warum ist das wichtig?

Hasan's Geschichte:
Ich wurde am 1. Juli 2020 in Tekirdağ zum Militärdienst eingezogen. Wegen meiner ethnischen Herkunft und meiner politischen Ansichten wurde ich von meinem Kommandanten geschlagen und gefoltert. Nach meiner Flucht/Desertion zu meiner Familie in Mardin gab eine Zeitung ein Interview, um staatliche Hilfe zu erreichen. Statt Unterstützung wurde ich innerhalb von einer Woche von der Polizei festgenommen, geschlagen und mit Zwang zum Militäramt gebracht, wobei meine Einberufung erneut vorbereitet wurde. Ich blieb aus Angst vor erneuter Folter fern.

Diese Gewalt und Folter löste bei mir schwere gesundheitliche und psychische Folgen aus: stressbedingtes Ekzem, Schlaflosigkeit und Albträume. Der Staat leitete gegen mich ein öffentliches Verfahren ein und führte in meiner Akte die „Gründung und Leitung einer bewaffneten Terrororganisation“ an, ohne dass ich je eine Verbindung zu Terrorismus hatte. Anzeigen gegen meinen Kommandanten würden nicht geprüft. Weil ich als Deserteur galt, konnte ich weder reisen noch legal arbeiten oder zur Universität gehen, und selbst Krankenbehandlungen im staatlichen System wurden mir verwehrt, weil ich als gesuchter Deserteur geführt wurde.

Die Polizei belästigte nicht nur mich, sondern auch meine Familie, nahm mich wiederholt fest und behandelte uns vor Angehörigen entwürdigend; mein jüngerer Bruder wurde bei einem Polizeieinsatz misshandelt. Nach internationaler Berichterstattung und parlamentarischer Thematisierung wurde meine Familie ins Visier genomme. Später erhielt ich über soziale Medien Todesdrohungen; aus Angst flohen wir ins Ausland.

Hüseyin's Geschichte: 
Ich heiße Hüseyin Öztürk. Ich wollte Opernsänger werden und bewarb mich an der Mimar-Sinan-Universität der Schönen Künste in Istanbul für Oper. Ich bestand die erste Stufe der Aufnahmeprüfung erfolgreich. In der zweiten Stufe wurde ich wegen meiner politischen Vergangenheit ausgeschlossen, wodurch ich das Studium nicht aufnehmen konnte.

Ich bin Kurde und nahm 2013 an den Protesten im Gezi-Park teil. Die Polizei schlug mich mit Schlagstöcken ins Gesicht; nur weil ich damals minderjährig war, wurde ich wieder freigelassen. Zwischen 2018 und 2019 war ich elf Tage inhaftiert, wegen einer Demonstration in meinem kurdischen Wohnviertel. In meiner Akte steht Propaganda für PKK/KCK.

Nach 2020 verschlechterte sich die Situation für meine Familie. Nach dem Militärdienst meines Bruders Hasan, über den er Misshandlungen und Folter an Zeitungen weitergab, kam es zu häufigen Polizeikontrollen und Hausdurchsuchungen. Bei einer Durchsuchung fanden Polizisten kurdische politische Bücher in meinem Schrank. Danach schlugen sie mich und brachen mir zwei Zähne. Einen offiziellen ärztlichen Bericht bekam ich damals nicht, weil die Polizei das Krankenhaus beeinflusste.

Gülden's Geschichte:
Ich bin Gülden Öztürk. Ich bin eine friedliche und hilfsbereite Frau. Früher habe ich im Immobilien- und Lebensmittelbereich gearbeitet. Ich hatte lediglich Kontakt mit kurdischen Parteivertretern in Mardin: Ich traf mich manchmal mit ihnen auf einen Tee und führte mit ihnen normale Gespräche. Wegen meiner Telefonkontakte wurde auch gegen meine Mutter ein Verfahren wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer Organisation eröffnet.

Auch unser Vater und Ehemann, der noch in der Türkei lebt wird aufgrund unserer Situation von der türkischen Polizei verfolgt: Am 4. Juni wurde er in Mardin von Polizisten geschlagen, weil sie nach uns gefragt haben. Ich habe diese Informationen und Dokumente an das SEM Migration geschickt. Trotzdem wurde mir gesagt, dass es sich um ein persönliches Ereignis handle und nicht politisch motivierte sei.


Dieses Schicksal trifft nicht nur uns, sondern viele politisch aktive Kurd:innen und Oppositionellen in der Türkei. Egal ob Angriffe auf Rojava, gegen die CHP und den Istanbuler Bürgermeister Imamoglu oder einfache Bürger:innen, der Türkische Staat eskaliert und verfolgt gegen alle die nicht in sein System passen.

Es kam zuletzt vermehrt vor, dass Kurden nach einer Ausschaffung direkt am Flughafen festgenommen wurden: https://www.srf.ch/audio/rendez-vous/scharfe-kritik-an-abweisung-tuerkischer-gefluechteter?partId=2MFVdNElJ4bTTREPsVvjJfFqakA


Lasst uns nicht alleine, zeigt eure Solidarität!

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2026-07-28 16:36:26 +0200

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