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An: Bundesrat der Schweiz

Für ein Moratorium von Organspenden nach Herztod / Stop au don d'organes après la mort cardiaque

Für ein Moratorium von Organspenden nach Herztod /  Stop au don d'organes après la mort cardiaque

Bei der Organspenden nach Herztod (Donation after Cardiac Death, DCD) werden Menschen, die ein schweres Leiden mit aussichtsloser Prognose haben, in den Operationssaal gebracht, wo die lebenserhaltenden Massnahmen gestoppt werden. Anschliessend wird gewartet, bis das Herz aufhört zu schlagen. Exakt 5 Minuten nach Herzstillstand wird der Spender für tot erklärt und zum Schutz der zu transplantierenden Organe sofort wieder intubiert, beatmet, herzmassiert und die Organentnahme durchgeführt (siehe www.aepol.net). 2018 wurde die Wartezeit zwischen Herzstillstand und Organentnahme von 10 auf 5 Minuten reduziert.

WARUM WIR EIN MORATORIUM FORDERN:

1. Neueste Forschungsresultate wecken schwere Bedenken, dass die Funktionen des Hirns beim Menschen 5 Minuten nach Herzstillstand irreversibel ausgefallen sind. Dies aber ist gemäss Schweizer Transplantationsgesetz für die Feststellung des Todes und die nachfolgende Organentnahme erforderlich ( Artikel 9, Todeskriterium und Feststellung des Todes, Absatz 1: "Der Mensch ist tot, wenn die Funktionen seines Hirns einschliesslich des Hirnstamms irreversibel ausgefallen sind.").

2. Andere Wissenschafler stellten schon 2016 fest, dass ein Ausfall der Blutversorgung des Hirns von 5 Minuten Dauer nicht genügt, um die Irreversibilität des Funktionsausfalls des Hirns nachzuweisen [5].

Ad 1. Forscher der renommierten Yale School of Medicine, New Haven, USA, konnten tot geglaubte Hirnzellen von Schweinen 4 Stunden nach Stopp der Blutversorgung wieder teilweise zum Funktionieren bringen [1]. Damit wird massiv in Frage gestellt, dass die Hirnzellen beim Menschen 5 Minuten nach Herzstillstand irreversibel ausgefallen sind und diese Menschen für tot erklärt werden können. Eine Bestätigung dieser Studienresultate in Zukunft könnte zu einem Verbot von Organentnahmen 5 Minuten nach anhaltendem Herz-Kreislauf-Stillstand (genannt Herztod), wie sie heute in der Schweiz durchgeführt werden, führen. (Diese Organspenden sind übrigens in Deutschland seit jeher verboten und die Spitäler lehnen alle Organe ab, die von solchen Entnahmen stammen.) Bis die Studienresultate bestätigt oder widerlegt sind, soll für diese Form von Organspende ein Moratorium gelten.

Die Studienresultate wurden im April 2019 in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift Nature zusammen mit einem Kommentar [2] publiziert. Aber auch die New York Times [3] und die Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ [4] sind überzeugt, dass diese Resultate grossen Einfluss auf die Organspende-Debatte haben. Die FAZ titelt: "Der Tod schlägt Funken. Ein Experiment befeuert die Debatte um Organspenden: Wie leblos ist ein Gehirn, das Stunden nach der Enthauptung Regungen zeigt?" Weiter schreibt sie: "Nach dem in einigen Ländern [wie der Schweiz] zulässigen DCDD-Protokoll (Donation after cardiac determination of death) werden den Organspendern Organe nur wenige Minuten nach einem Herzstillstand entnommen... Die Ärzte dort gehen davon aus, dass alle Hirnzellen nur kurz nach dem Abbruch der Blutversorgung irreversibel geschädigt sind. Im Tierversuch könnte das jetzt als widerlegt gelten."

Ad 2. Wissenschaftler aus den USA und der Schweiz kommen in ihrer Arbeit "Using the brain criterion in organ donation after the circulatory determination of death" [5] zum Schluss, dass ein 5-minütiger Ausfall der Blutversorgung des Hirns nicht genügt, um die Irreversibilität des Funktionsausfall des Hirns nachzuweisen. Sie weisen auf mehrere wissenschaftliche Arbeiten hin, die belegen, dass bei Patienten mit Herzstillstand auch nach 20- bis 30-minütigem Ausfall der Blutversorgung des Hirns Reanimationen mit guten neurologischen Resultaten erfolgt sind. Sollte dies zutreffen, wäre abzuklären, ob Organspenden 5 Minuten nach anhaltendem Herz-Kreislauf-Stillstand nicht gegen Artikel 9 des Schweizer Transplantationsgesetzes verstossen.

Warum ist das wichtig?

1. Sollte das Hirn zum Zeitpunkt der Organentnahme noch nicht irreversibel ausgefallen sein, würde das bedeuten, dass Organspender nach anhaltendem Herz-Kreislauf-Stillstand durch die Organentnahme getötet werden. Menschen dürfen aber Menschen nicht töten, auch nicht, um Dritten zu helfen. Jedes menschliche Leben muss unantastbar sein.
2. Spendern könnte die Entnahme und Transplantation ihrer Organe auch aus folgenden Gründen schaden:
Einerseits sterben sie dadurch nicht vollständig, weil ein Teil ihres Körpers, die gespendeten Organe, weiterlebt. Die medizinische Forschung kann heute keine Aussagen darüber machen, ob dieses unvollständige Sterben, diese Störung des Sterbeprozesses, Spendern nicht schadet.
Andererseits könnte Spendern auch das Weiterleben von Teilen ihres Körpers schaden. Die gespendeten Organe sterben ja – wie gesagt - nicht und leben weiter. Auch hier kann die medizinische Forschung keine Aussagen darüber machen, ob dies Organspendern nicht schadet. Das ist absolut inakzeptabel.

Vorstand ÄPOL (Ärzte und Pflegefachpersonen gegen Organspende am Lebensende)

siehe auch www.aepol.net
Facebook https://www.facebook.com/pages/category/Community/Gegen-Organspende-am-Lebensende-365969910496773/

LITERATUR
1 Vrselja Z. Daniele S.G. Sestan N. Restoration of brain circulation and cellular functions hours post-mortem, Nature 568, pp 336–343 (2019) https://www.nature.com/articles/s41586-019-1099-1

2 Pig experiment challenges assumptions around brain damage in people , Nature 568, pp 283-284 (2019) https://www.nature.com/articles/d41586-019-01169-8

3 'Partly Alive': Scientists Revive Cells in Brains from Dead Pigs, New York Times, 17.4.2019 https://www.nytimes.com/2019/04/17/science/brain-dead-pigs.html

4 Der Tod schlägt Funken, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.4.2019 https://m.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/hirntod-experiment-befeuert-debatte-um-organspenden-16146307.html?premium=0x249fb47e716d8d7b5cdd81ee8e8c3106

5 A.L. Dalle Ave, J.L. Bernat: Using the brain criterion on organ donation after the circulatory determination of death / Journal of Critical Care 33 (2016) 114-118 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26857329

P.S. Auf die Organspende nach primärem Hirnversagen (Donation after Brain Death, DBD) hat die Petition keine Auswirkungen.

Jede Person, unabhängig von Alter und Nationalität, kann Petitionen unterschreiben.


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Jedes Organ ist mit der Seele verbunden. Ich werde nie ein fremdes Organ annehmen aber auch kein eigenes Organ weggeben. Der Körper ist kein Ersatzteillager. Der Körper hat auch eine spirituelle Ebene. Beim Tod benötigt die Seele ihre Zeit um sich vom Körper lösen zu können. Davon bin ich überzeugt. Jeder soll selber entscheiden können. Ich bin dagegen, dass ich einfach so Organspenderin werden soll.
  • DANKE an Herrn Dr. Alex Frei! Endlich wird etwas gegen diese Organspende-Mafia unternommen! Es gibt viele Berichte von Angehörigen im Internet, die nie mehr die Zustimmung geben würden für eine Organentnahme. Die schmerzverzerrten Gesichter der Verstorbenen sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel... Wie kann man sich und anderen so etwas antun: Bei lebendigem Leib ausgeweidet zu werden. Furchtbar!
  • Weil es letztlich nur um den Profit der „Gesundheits“-Industrie geht und das Leben & der Tod nicht mehr respektiert werden.

Neuigkeiten

2019-06-16 23:17:54 +0200

Es gibt gute Neuigkeiten: über unsere Petition wurde diese Woche im Blick, nau.ch, higgs.ch und in verschieden Lokalzeitungen berichtet: "Zweifel am Hirntod: Ärzte fordern Organspende-Verbot"!
https://www.blick.ch/life/gesundheit/medizin/zweifel-am-hirntod-aerzte-fordern-organspende-verbot-id15366891.html

2019-05-28 19:04:58 +0200

100 Unterschriften erreicht

2019-05-22 18:36:44 +0200

50 Unterschriften erreicht

2019-05-22 09:30:20 +0200

25 Unterschriften erreicht

2019-05-21 23:30:28 +0200

10 Unterschriften erreicht