An: Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD)

Kinder von Inhaftierten: Ihre Rechte schützen

Sehr geehrte kantonale Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren,

Bitte schützen Sie die Rechte von Kindern inhaftierter Eltern:

1. DATENERFASSUNG: Der UNO-Kinderrechtsausschuss hat der Schweiz empfohlen, Daten zu erheben. Deshalb soll, unter Einbezug kompetenter staatlicher und zivilgesellschaftlicher Stellen, eine umfassende Datenerfassung und Studie zur Situation von Kindern inhaftierter Eltern in der Schweiz durchgeführt werden. Das vorhandene Angebot an Dienstleistungen und Unterstützung soll so ersichtlich werden.

2. GESETZGEBUNG, POLITIK UND PRAXIS: Diese sind nach den Grundsätzen zu richten, die in den Empfehlungen des Europarats zu Kindern inhaftierter Eltern enthalten sind.

3. VERBREITUNG: Die Verbreitung dieser Empfehlungen muss sichergestellt werden, insbesondere bei allen relevanten Behörden, Einrichtungen, Fachleuten und Vereinigungen. Auch sollen sie Kindern und ihren inhaftierten Eltern zugänglich gemacht werden.

4. MITTEL: Die nötigen Mittel müssen zur Verfügung gestellt werden, um Massnahmen zu treffen, welche die Rechte der betroffenen Kinder und eine persönliche Beziehung zwischen ihnen und ihren Eltern zu gewährleisten.

Warum ist das wichtig?

Das Leben von Kindern kann völlig aus den Fugen geraten, wenn ein Elternteil verhaftet wird. Oft leiden sie unter Traumata, Ängsten und weiteren psychischen oder körperlichen Problemen. Sie sind Mit-Opfer einer Straftat, mit der sie nichts zu tun haben.

Doch Kinder haben ein Recht darauf, mit ihren Eltern in Kontakt zu bleiben. Dieses Recht gilt auch für Söhne und Töchter von Inhaftierten, wird in diesem Zusammenhang aber oft zu wenig beachtet.

Der Europarat hat Empfehlungen für die Kinder Inhaftierter Eltern verabschiedet. Er hält fest, dass der Kontakt zwischen Kindern und ihren inhaftierten Elternteilen sich positiv auf das Kind, den inhaftierten Elternteil, das Strafvollzugspersonal, die Gefängnisumgebung und letztendlich auf die Gesellschaft insgesamt auswirken kann.

Diese Empfehlungen sollen nun in der Schweiz umgesetzt werden.