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An: Gurtenfestival AG

Füre Güsche, wo mir liebe: Mindestens 1.5 Liter Getränke müssen bleiben!

Das darf rein
Wir fordern die Gurtenfestival AG auf, die Menge an Getränken, die Besucherinnen und Besucher selber aufs Gelände mitbringen dürfen, wieder auf mindestens 1.5 Liter pro Person und Tag anzuheben. Für das Festival 2026 ist lediglich eine Flasche à 0.5 Liter erlaubt – nach 3 Litern bis 2023 und 1.5 Litern 2024 und 2025. Wir verlangen ausserdem, dass auf weitere Kürzungen in den kommenden Jahren verzichtet wird und dass solche Regeländerungen gegenüber dem Publikum nachvollziehbar begründet werden.

Warum ist das wichtig?

Der Gurten liegt im Juli oben an der Sonne, oft bei dreissig Grad und mehr, und wer schon mal von mittags bis nachts dort war, weiss: Ein halber Liter ist nach einer Stunde weg. Es geht hier nicht um Alkohol. Es geht um Wasser, um eine Schorle, um etwas Kaltes für die Kinder. Der Güsche war nie nur ein Trinkanlass – er ist ein Familienfestival, ein Treffpunkt für Junge, für Studentinnen und Studenten mit schmalem Budget, für Leute, die gar keinen Alkohol anrühren. Genau die trifft diese Regel am härtesten.

Und sie trifft alle, die nicht einfach jedes Getränk vor Ort nachkaufen können. Der Eintritt ist ohnehin nicht günstig. Wer dann auch noch jedes Wasser und jede Limo zu Festivalpreisen kaufen muss, für den wird ein Tag auf dem Berg schnell unbezahlbar. Dass man sein eigenes Getränk mitbringen durfte, hat das Festival immer offen und für viele zugänglich gehalten. Schraubt man das Jahr für Jahr herunter, bleibt am End ein Anlass, der sich nur noch leisten kann, wer genug Geld hat – und das passt schlecht zu einem Festival, das sich gern als das Fest für alle versteht.

Die Festivalleitung verweist gern darauf, dass es genug Gratis-Wasserstellen gebe. In der Theorie tönt das gut – an einem ausverkauften 30-Grad-Tag sieht es anders aus. Man steht zwanzig Minuten in der prallen Sonne an für eine 0.5-Liter-Flasche, die nach einer halben Stunde wieder leer ist. Genau dann, wenn man Wasser am dringendsten braucht, sind die Stellen überlaufen – und man verpasst die Konzerte, für die man ein Ticket gekauft hat.

Und es geht um Sicherheit, nicht um Komfort. In der Hitze ist rasche Flüssigkeitszufuhr Hitzschlag-Prävention – gerade für Kinder, ältere Gäste und Menschen, die Medikamente brauchen. Der eigentliche Widerspruch: Wer sein eigenes Wasser mitbringen darf, entlastet die Stationen und steht nicht in der Schlange. Schraubt man die Mitnahme runter, drängt man alle an dieselben Hähne und schafft genau die Überfüllung, die man als gelöst verkauft. Entweder gibt es genug Wasser für alle – dann braucht es keine so harte Grenze. Oder nicht – dann erst recht nicht. Ginge es dem Festival wirklich um seine Gäste, würde es das Mitbringen einfacher machen, nicht schwieriger.

Es ist diese Mischung – ds Zämesitze ufem Gras, die eigenen Getränke, das Unkomplizierte —, die den Gurten ausmacht und ihn gerade bei den Jüngeren so beliebt gemacht hat. Wenn von dieser Kultur jedes Jahr ein Stück abgeschnitten wird, verliert das Festival genau das, was es gross gemacht hat. Übrig bleibt der Eindruck, dass es vor allem um den Umsatz an den Bars geht. Die Gratis-Wasserstationen sind eine gute Sache, aber sie ersetzen das nicht: An vollen, heissen Tagen mit langen Wegen und Schlangen ist man froh, etwas Eigenes dabei zu haben.

Wenn dir dr Güsche am Herze ligt, ungerschrib mit. Für es Festival, wo offe, fair u für aui erschwinglich blibt.

Gurten, 3084 Köniz, Schweiz

Maps © Stamen; Data © OSM and contributors, ODbL

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