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An: Bundesrat Alain Berset

Gegen Gewalt und Zwang in der Geburtshilfe

Gegen Gewalt und Zwang in der Geburtshilfe

Sehr geehrter Herr Bundesrat Berset
Sehr geehrte Mitglieder des Bundesrates
Sehr geehrte Mitglieder des National-und Ständerates

Wir fordern, dass jede Frau in der Schweiz frei von Zwang und ohne Anwendung von Gewalt ihr Kind zur Welt bringen kann und durch eine kontinuierliche Betreuung während der Geburt die nötige Unterstützung dafür erfährt.

Weiter fordern wir:

Die Erarbeitung und Umsetzung von Lösungswegen, um Gewalt und Zwang in der Geburtshilfe zu verhindern sowie Prävention und Sensibilisierung durch Schulung und Aufklärung.

Eine kontinuierliche 1:1 Begleitung unter der Geburt, sei es durch Hebammen oder aber auch durch qualifizierte Geburtsbegleiterinnen.

Die Gebärenden sollen ohne Zeitdruck durch die Geburt begleitet werden, solange es Mutter und Kind gut geht. Unnötige Interventionen, wie beispielsweise wehenfördernde Mittel zur Beschleunigung der Geburt sollen vermieden werden, da diese negative Konsequenzen für den Geburtsverlauf haben können.

Strukturelle Verbesserungen für Geburtshelfer und Spitäler, beispielsweise bezüglich Personalschlüssel und Prozessen in der gesundheitlichen Versorgung.

Die Korrektur von finanziellen Fehl-Anreizen in der Verrechnung von geburtshilflichen Leistungen.

Mehr Transparenz in der Geburtshilfe bezüglich Fallzahlen und Statistiken.

Eine echte Wahlmöglichkeit des Geburtsortes für Frauen sowie die Ausweitung und Unterstützung des Angebots an hebammengeleiteter Geburtshilfe sowohl in Kliniken wie auch in Geburtshäusern und für Hausgeburten.

Die Förderung geburtshilflicher Praktiken wie beispielsweise die ärztliche Leitung einer vaginalen Beckenendlagengeburt. Diese gerät mangels entsprechendem Knowhow des medizinischen Personals gerne in Vergessenheit. Aufgrund fehlender fachlicher Kenntnisse wird in vielen geburtshilflichen Einrichtungen der Entscheid für einen Kaiserschnitt getroffen, der unter Umständen nicht dem Bedürfnis der schwangeren Frau entspricht.

Die Anerkennung der Arbeit von Doula Geburtsbegleiterinnen als Teil des geburtshilflichen Teams mit unbegrenztem Zutritt zu Klinken und Geburtshäusern – auch während Pandemie-Zeiten.

Das Vorantreiben der Forschung sowohl im Bereich der Entstehung der Thematik als auch deren Auswirkungen auf betroffene Familien. Dies unter Berücksichtigung von geburtshilflichen, psychologischen, ethischen wie auch juristischen Fragen.

Betroffene müssen die Möglichkeit haben, sich auf das Opferhilfegesetz der Schweiz zu berufen.

Warum ist das wichtig?

Viele Frauen in der Schweiz erleben während der Familienplanung, der Schwangerschaft, der Geburt und im Wochenbett sowie in der Still- und Elternzeit einen geringschätzigen und missbräuchlichen Umgang. Dieser Umstand verstößt nicht nur gegen das Recht der Frau auf eine respektvolle Versorgung, sondern kann darüber hinaus deren Recht auf Gesundheit, körperliche Unversehrtheit und das Leben ohne Diskriminierung verletzen. Schwangere und gebärende Frauen sollen einfühlsam und individuell auf ihrem Weg begleitet und in ihrer Sicherheit und Selbstbestimmung gestützt und gefördert werden.
Die Gründe für die aktuelle geburtshilfliche Situation in der Schweiz sind sehr vielschichtig. Einerseits bestehen strukturelle Probleme, andererseits muss die Geburtshilfe gewinnorientiert arbeiten. Weitere Faktoren wie Machtgefälle und Zeitdruck kommen erschwerend dazu. Der Start ins Leben ist ein wichtiger Moment, der durch unnötige Belastungen einen ungünstigen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern haben kann.
Die Geburt der eigenen Kinder ist für Frau und Mann ein ausserordentlich bedeutsames Element in ihrer individuellen Biografie. Daher ist es wichtig, diesen Moment mit allen Mitteln zu schützen und jungen Familien einen optimalen Start zu gewährleisten. Gewalt und Zwang dürfen keinen Platz haben. Allein das Wissen um die prekären Zustände verursacht bei vielen Schwangeren enormen Stress, auch wenn sie selbst nie Gewalt erfahren haben.

Mit einer optimierten Geburtshilfe liesse sich viel Geld einsparen und dies bei besserer Qualität. Durch unnötige und verfrühte Eingriffe in der Geburtshilfe entstehen häufig hohe Kosten, die eigentlich vermieden werden könnten. Dabei führt oft die erste kleine, an sich vermeidbare Intervention zur nächsten, grösseren, und dadurch entstehen Kosten, die nicht nötig gewesen wären. Intensive Eingriffe ziehen oft auch weitere Therapien nach sich, die dann wiederrum für zusätzliche Kosten sorgen. Durch hebammengeleitete Geburten und eine 1:1 Betreuung durch Hebammen und Doulas unter der Geburt entstehen nachweislich deutlich weniger Interventionen, was sich auch in den anfallenden Kosten widerspiegelt – dies bei besserer Betreuungsqualität für die Frauen! Gleiches gilt für die Betreuung von Schwangeren und Wöchnerinnen, die in der grossen Mehrheit der Fälle durchaus durch Hebammen geleistet werden könnte und damit deutlich günstiger ausfiele. Es könnten im Gesundheitswesen Millionen-Beträge eingespart werden bei einer gleichzeitigen Zunahme der Qualität. Zudem würde eine Entlastung für die Versicherungsbeiträge jeder einzelnen Person erreicht. Eine Neugestaltung des Systems durch die Förderung entsprechender Angebote wie beispielsweise Geburtshäuser oder hebammengeleitete Geburten im Spital wäre wünschenswert. Die Schliessung von immer mehr Spitälern landesweit wirkt sich auf die Wahlmöglichkeit für Schwangere aus.

Die erläuterte Thematik ist nicht nur für einzelne Frauen oder Familien relevant, sondern viel mehr für die Schweiz als Gesellschaft. Wir werden alle geboren, auch wenn wir selbst vielleicht nie Eltern sind.

Weitere Informationen und Quellen können auf unserer Homepage www.rosesrevolution.ch eingesehen werden. Wir sind dankbar um jede noch so kleine Spende, um unser Ziel voranzutreiben.

Herzlichen Dank.
Monika Di Benedetto
Präsidentin Roses Revolution Schweiz

Wie die Unterschriften übergeben werden

Im Rahmen der Aktion «16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen», welche am Roses Revolution Tag am 25. November startet. Die Übergabe soll in Bern stattfinden.


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Weil es so viele von uns betrifft!
  • Weil es richtig ist die Rechte der Frauen und Kinder zu schützen
  • Weil Hebammen wichtige Info-und Aufklärungs-Arbeit machen. Frauen/ Paare/ Eltern müssen in ihrer Kraft gestärkt und positiv unterstützt werden.

Neuigkeiten

2021-05-02 08:47:20 +0200

1,000 Unterschriften erreicht

2021-04-29 21:18:31 +0200

500 Unterschriften erreicht

2021-04-28 21:28:52 +0200

100 Unterschriften erreicht

2021-04-28 20:45:25 +0200

50 Unterschriften erreicht

2021-04-28 20:30:59 +0200

25 Unterschriften erreicht

2021-04-26 22:27:10 +0200

10 Unterschriften erreicht